Freitag, 12. Februar 2016

Verschollen

Ich glaube, am schwersten ist es zu ertragen, wenn ein Mensch vermisst ist. Vier meiner Freunde starteten 1986 von Südfrankreich aus einen Segeltörn und kamen nie in einem Hafen an. Dreißig Jahre ist es jetzt her, alle sind schon seit Jahren als tot erklärt worden, doch die Hoffnung wird nie ganz aufhören, dass sie doch noch leben. Es gibt ein Verschollenheitsgesetz von 04.07.1939, letzte Änderung vom 31.8.2015, welches die rechtlichen Dinge regelt. Obwohl es nur ein schwacher Trost ist, sind für die Angehörigen lebenserhaltende Dinge wie eine Witwenrente oder Erbschaftangelegenheiten mit der Ausstellung der Sterbeurkunde verbunden. Im § 3 (1) ist folgendes festgelegt. Die Todeserklärung ist zulässig, wenn seit dem Ende des Jahres, in dem der Verschollene nach den vorhandenen Nachrichten noch gelebt hat, zehn Jahre oder, wenn der Verschollene zur Zeit der Todeserklärung das achtzigste Lebensjahr vollendet hätte, fünf Jahre verstrichen sind. Den gesamten Text findet man auf https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/verschg/gesamt.pdf.

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Donnerstag, 12. November 2015

Der Vulkanier "Mr. Spock" ist gestorben

Durch Zufall habe ich heute eine Bildergalerie bei meinen Email Anbieter GMX angeschaut. Es gibt 48 Bilder von sehr berühmten und etwas weniger berühmten Menschen, die in diesem Jahr 2015 gestorben sind. Es sind nicht nur Schauspieler, sondern auch Schriftsteller, Musiker, ein youtube Star und der Wettermoderator Ben Wettervogel. Über seinen selbstgwählten Tod habe ich bereits geschrieben. An manchen Schauspieler habe ich nicht so viele Erinnerungen, aber Leonard Nimoy als "Mr. Spock" hat mich mein ganzes bisheriges Leben begleitet. Ich habe die Filme seit meiner frühen Jugend gesehen und war besonders von Leonard Nimroy fasziniert. Ein Leben als Mr. Spock ist zu Ende gegangen. Es ist vielleicht beides gleichzeitig: Segen und Fluch, denn wir wissen nicht, welche künstlerischen Träume unerfüllt geblieben sind, da sein Leben so sehr mit dieser Rolle verknüpft wsar.

Hier geht's zur Bildergalerie
http://top.gmx.net/fotos/6PRU-stars-starben-2015

Montag, 31. August 2015

Meine Singer 720G

Wir müssen nicht nur von geliebten Menschen Abschied nehmen, sondern manchmal sind es auch die Abschiede von den alltäglichen Dingen, die uns umgeben. Oft ist es das Auto, das so lange gefahren wird, bis es nicht mehr geht. Nicht umsonst werden die Schrottplätze oder im Geschäftsdeutsch die Autoverwertungen liebevoll Autofriedhöfe genannt. In unserer rationalen Welt haben diese Abschiede selten einen Platz, obwohl auch sie sehr traurig sein können.

Ich selbst musste mich nach 44 Jahren von meiner geliebten Nähmaschine, einer Singer 720G, verabschieden. Ich danke I. Naumann für seinen schönen Text über die Singer 720G im Nähmschinenverzeichnis (www.naehmaschinenverzeichnis.de) und ich danke Lisa Lösel (www.lisalosel.com) für ihre Leidenschaft an den Geräuschen, die eine Nähmaschine von sich gibt. Beide haben mich inspirierte eine Abschiedshymne für meine Nähmaschine zu schreiben.

Leb wohl, liebe Nähmaschine,
du warst noch nicht ein Jahre alt und ich war 14 als wir uns trafen. Gebaut wurdest du von der Fima Singer. Damals las ich eine Anzeige in der Frauenzeitschrift Für Sie, dass die Firma Singer in Kiel einen Nähwettbewerb ausrichten wird. Ich war sofort begeistert: Ich wollte teilnehmen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nie auf einer Nähmaschine genäht, doch ich wusste ganz genau, welches Kleid ich mir nähen wollte und es war leicht, meine Mutter zu überzeugen, dass ich mich anmelden durfte. So fing unsere Geschichte an. Das Unglaubliche wurde war und ich gewann in meiner Altersgruppe den Wettbewerb und damit gewann ich dich, meine geliebte Nähmaschine. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich war so stolz und glücklich, dass ich dich mit nach Hause nehmen durfte.

Jetzt müssen wir nach vielen Jahren, die wir miteinander geteilt haben, Abschied nehmen und ich möchte dir für die gemeinsame Zeit danken: In all diesen Jahren warst Du immer für mich da. In den ersten Jahren haben meine Mutter und ich dich sehr oft nachts aus dem Schlaf geholt, ich, weil ich die Rocksäume gekürzt, meine Mutter, weil sie die Säume länger gemacht hat. Egal, ob ich Seide, Kunstfaser, Cord oder Samt, Lackstoff oder Plastiktüten nähen wollte, Du hast alles mitgemacht. Du hast dicken Jeansstoff genauso genäht wie dünnen durchsichtigen Polyesterstoff. In deine integrierten voreingestellten Stiche habe ich mich sofort verliebt. Besonders den Bogen, den du aus kleinen Einzelstichen zusammensetzt, habe sehr oft benutzt. Damit konnte ich jeden Stoff nähen, der sich in 2 Richtungen dehnte wie es vor allem bei T-Shirts der Fall ist.

Es war so einfach mit dir neues Garn aufzuspulen. Ich musste nicht umständlich den Faden neu einfädeln, ich schob nur ein kleines Knöpfen zur Seite und schon hast du gespult. Wenn die Spule voll war, bist du einfach langsamer geworden. Es war die perfekte Kommunikation. In den ersten Jahren wollte ich nur Kleider und vor allem Miniröcke für mich nähen. Es waren die 70er Jahre und wir Mädchen waren alle verrückt nach sexy Outfits. Meine Jeans schnitt ich auf der Höhe des Schnitts ab und nähte die aufgeschnittenen Beine quer als Rock wieder an. Diese Technik verwende ich heute immer noch, mindestens ein Jeansrock dieser Machart hängt in meinem Kleiderschrank.

Im Studium hast du mir treu zur Seiten gestanden, in dieser Zeit habe ich mich getraut meine ersten Hosen zu nähen. Buntfaltenhosen waren damals absolut in, ich entwickelte einen Faible für Stilbrüche: Seriöser Schnitt, verrückter Stoff. Also habe ich meine Buntfaltenhose aus rosa Lackstoff genäht, ja du hast auch bei Lackstoffen nicht gestreikt. Bei meinen Freunden war ich mit meiner Nähmaschine immer gern gesehen, weil wir in der Studentenzeit viel improvisiert haben. Auch ein Ölbild, das meinen damaligen Kater zeigt und heute noch in meiner Wohnung hängt, war ein Tausch mit einem Künstlerfreund: Hose gegen Bild. Doch ich muss Dich um Verzeihung bitten, es gab eine Zeit, in der ich dich nur einmal im Jahr herausgeholt habe um ein Kleid oder ein Nachthemd zu nähen. Du hast einige Jahre einfach im Schrank gestanden. In den Keller habe ich dich nie abgeschoben, das hätte ich nicht übers Herz gebracht. Vergessen habe ich dich selbst in diesen Jahren nicht.

Du hast dir deinen Kummer nicht anmerken lassen, wenn ich dir nicht nur dicken Mantelstoff, sondern auch gestrickte Plastiktüten zum nähen gegeben habe. Du hast nicht gestreikt, sondern in deiner unverkennbaren ruhigen Art eine Naht nach der anderen genäht. Wenn ich mal eine Spule zu voll gemacht hatte und der Faden sich verhedderte, dann hast du tapfer gekämpft um die Naht zu Ende zu bringen. Nur, wenn der Faden riss, dann konntest du auch nichts mehr ausrichten und bliebst stehen. Du nahmst es nicht so genau, ob die Oberfadenspannung mit der Unterfadenspannung richtig übereistimmte. Du warst mit mir nachsichtig wenn der Oberfaden viel dicker war als der Unterfaden. Du hast trotzdem genäht. Nie werde ich dein leises surrendes Lied vergessen, das unsere gemeinsamen Abenteuer begleitete, wenn deine Nadel tanzend in den Stoff eindrang und den Unterfaden mit dem Oberfaden zur einer festen Naht verschlang. Du warst unermüdlich, du hast dich meiner Geschwindigkeit angepasst und auch bei einem Drachennähprojekt nicht gemuckt, nicht aufgegeben oder dich beschwert. Du hast es als deine Ehre angesehen jeden einzelnen Stich dieser 100 m Naht gleichmäßig perfekt zu setzen.

In all den Jahren warst du nur 2-mal in Reparatur, aber in den letzten Jahren haben sich deine Plastikrädchen sehr abgenutzt. Deine Zipperlein wurden mehr und du warst recht störungsanfällig. Dann kam der Tag, an dem ich Abschied nehmen musste. Ein langes fadenreiches Nähmaschinenleben ist nun zu Ende gegangen. Hab Dank für Deine Treue, ich werde dich immer in Erinnerung behalten.

Montag, 27. Juli 2015

Körpergefühl stärken

In einem Trauerfall ist es ganz besonders wichtig, dass die Trauernden sich selbst nicht vergessen. Es sind enorme Anstrengungen zu bewältigen und viele Aufgaben erfordern unsere ganze Aufmerksamkeit, aber dennoch müssen wir daran denken die eigenen Batterien wieder aufzuladen. Das gelingt auch besonders gut, indem wir unsere Verspannungen abbauen. Eine Freundin von mir in Freiburg bietet Cranio-Shiatsu (www.cranio-shiatsu-freiburg.de.tl) an. Eine gute Möglichkeit das eigene Körpergefühl zu stärken.

Ich halte Trauerreden in ganz Deutschland, bitte sprechen Sie mich an. Wir finden eine Lösung.

Mittwoch, 25. März 2015

Flug 4U 9525: 8 Minunten Sinkflug

Wir trauern um alle, die bei diesem Flug ums Leben gekommen sind und ich habe auch ein tiefes Mitgefühl für die Eltern der Jugendlichen, die mir ihrer Schulklasse aus Barcelona zurückflogen. Was mir am meisten durch den Kopf geht, sind die 8 Minuten, die das Flugzeug für seinen Weg von der Flughöhe bis zur Erde brauchte. 8 Minuten sind sehr lang, was geht einem da durch den Kopf? Ich bin davon überzeugt, dass alle in diesem Flugzeug wussten, dass es ihre letzten Minuten waren. Was würden Sie in ihren letzten 8 Minuten machen?

Donnerstag, 5. Februar 2015

Wir trauern um Ben Wettervogel

Alle Fans des Morgenmagazins wissen, wer Ben Wettervogel war. Mich hat die Nachricht erschüttert, dass er sich in seiner Wohnung erschossen hat. Nicht jeden Morgen, aber sehr oft habe ich Ben Wettervogel vor seiner Wetterkarte im Fernsehen angeschaut. Hin und wieder ist er in die Natur gegangen, an den Müritzsee oder in die Schweizer Alpen, um von dort seine Wetternachrichten in mein Wohnzimmer zu bringen. Da ich ihn nur aus dem Fernsehen kannte, war er mir gleichermaßen vertraut wie fremd, denn die Kamera hat mir nur einen Ausschnitt von ihm gezeigt. Ich kann als Fernsehzuschauerin die Perspektive der Kamera nicht ändern, ich weiß nicht was rechts und links neben dem sichtbaren Feld passiert. Aber ist es im Alltag nicht auch so, dass wir nur einen kleinen und manchmal einen größeren Ausschnitt unseres Gegenübers sehen. Auch in Liebesbeziehungen ist das nicht anders, wie sonst könnten so viel Missverständnisse, Unwahrheiten und Heimlichkeiten uns in tiefe Verzweiflung stürzen lassen.

Mittwoch, 7. Januar 2015

Paliativer Behandlungsplan

Die Möglichkeit eines palliativen Behandlungsplans habe ich erst vor wenigen Tagen kennengelernt. Die Patientenverfügung dagegen ist inzwischen sehr gut bekannt. Die Festlegung der eigenen Wünsche am Ende des Lebens in einer Patientenverfügung setzt voraus, dass ich bei klarem Verstand und wachem Bewusstsein bin. Was ist jedoch mit all den Menschen, die entweder durch Krankheit, Unfall oder sogar von Geburt an diesen wachen Zustand verloren haben oder nie hatten? Sicher, diese Menschen haben einen gesetzlichen Betreuer, der im besten Fall sich wirklich kümmert. Kann dieser Betreuer doch wirklich wissen oder zumindest erahnen was der ihm anvertraute Mensch wünscht? Hier gibt es eine Grauzone, auch wenn die Betreuer nur aus Unwissenheit auf so eine Situation nicht vorbereitet sind. Es bedarf einer hohen Aufmerksamkeit, einer großen Fürsorge, die eher erahnt als weiß, was Mensch wünscht, der nicht mehr für sich selber sprechen und entscheiden kann. Eine Möglichkeit ist der palliative Behandlungsplan, der auch den Mitarbeitern der jeweiligen Einrichtungen hilft, das richtige zu tun. Im Gespräch mit dem Patienten, den Mitarbeitern, der Familie können gewünschte und nicht gewünschte Notfallmaßnahmen festgelegt werden. Denn die meisten von uns, wie ich auch, haben nur den Grundkurs im Hellsehen absolviert.

palliativer_behandlungsplan (pdf, 770 KB)

Montag, 24. November 2014

Folgen des Alkohols

Letzte Woche stolperte ich durch Zufall über die Todesstatistik des Statistischen Bundesamtes Deutschland. Hier werden die Zahlen und Fakten gelistet, an welchen Krankheiten die Menschen in Deutschland sterben und jedes Jahr werden die Daten aktualisiert. Ich habe auf die Seite geschaut, weil ich wissen wollte wie viele Menschen an einer Sepsis sterben und dabei bemerkte ich eine kleine Statuszeile, dass im Jahr 2013 4-mal so viele Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums wie an den Folgen eines Autounfalls gestorben sind. Diese Nachricht hat mich wirklich schockiert. Alkohol gehört zu unserem Alltag, es ist die Gesellschaftsdroge Nr. 1 und es ist absolut sozial akzeptiert Alkohol zu trinken. Es ist ebenfalls akzeptiert "einen über den Durst" zu trinken, doch die Schattenseiten dringen nicht ins gesellschaftliche Bewusstsein vor. Ab und an wird über Jugentliche berichtet, die das Koma-Saufen zu einem Sport machen. Ich schätze aber, dass die wirkliche Dunkelziffer von Menschen, und hier vor allem Frauen und ältere Menschen, die in die Sucht abrutschen nicht abzuschätzen ist. Es tut mir sehr leid um diese Menschen, da Alkoholsucht eine sehr einsame Sucht ist.

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